Randbemerkung in eigener Sache
Auf Anraten einiger Freunde war ich eine Zeitlang Mitglied der "Facebook-Gemeinde" – mit Magengrimmen und zuletzt Anwandlungen von Ekel. Die weiter dort verweilen, mögen sich, bitte, nicht wundern, wenn ich über dieses Portal nicht länger erreichbar bin – ich habe die Löschung meines dortigen Accounts veranlaßt. Es war interessant, zu studieren, wie einige, sicher wenige, Facebook klick-erfolgreich für ihre Werbezwecke nutzen, andere wiederum sich in einer Wolke eigener Bedeutsamkeit wiegen in der amüsanten Hoffnung, die Welt mit ihren Beiträgen zu verändern. Überwiegend fand ich dort bis zum Abwinken bewährte Freund-Feind-Schemata bedient und das beliebte Schwarz-Weiß-Denken verstärkt. Man läßt Dampf ab und danach ist gut.
Ich frage mich, ob das Ganze nicht eine der politischen Klasse willkommene Finte ist, Protest abzulenken, bevor er relevant werden könnte. Und über der Verboulevardisierung und Verpoppung sämtlicher Lebensbereiche wandert die bessere Kultur in den ewigen Dornröschenschlaf, lesen immer weniger Mitbürger ein vernünftiges Buch (z.B. von mir oder meiner Frau oder Conan Doyle oder Conrad Ferdinand Meyer oder Molière oder Ibsen und und und) und gewinnt ein Konzern immer größeres Gewicht.
Wer jeden Schnickschnack mitmachen möchte, soll dies weiter tun. In diesem Sinne 
Klauspeter Bungert

 

Nach jahrelangem Zuwarten gingen in der laufenden Saison gleich zwei Theaterstücke von mir in Szene. Im Mai hatte das politische Zweipersonenstück Die Nacht geht auf Premiere. Ob es gelang, mich als Autor in meiner Heimatstadt damit ins Bewußtsein zu bringen und vom beengenden Image eines (Nur- oder in erster Linie) "Musikers" zu erlösen, sei dahingestellt. Michael Thielens publizistische Schützenhilfe, für die ich danke, ließ zwischen den Zeilen erkennen, daß die Präsentation einiges ins Unklare brachte, was im Text klar und plausibel angelegt war. Leider hat man als Verfasser nur begrenzten Einfluß, wenn man sieht, daß den Ausführenden Fehler unterlaufen. Dringend empfehle ich allen Interessierten einen vergleichenden Blick in die kostengünstige Taschenbuchausgabe meiner Dramen, Band 3.

Mein Monologstück Gespräch mit einer Toten erlebte seine Uraufführung in Innsbruck bereits im Februar und wurde in der Presse als einhelliger Erfolg ausgewiesen. Die engagierte, werktreue Inszenierung (Henk: Philipp Rudig; Regie: Agnes Mair) hinterließ auch bei mir und meiner Frau starken Eindruck. Das kleine sympathische Theater, das vor nicht einem Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat, plant eine Wiederaufnahme in der nächsten Spielzeit. Trotz bescheidenster Mittel eine hochkarätige Produktion!

Auch dieses Stück ist im Band 3 der einfach hinreißenden Leseausgabe meiner Dramen nachzulesen.

Anfang des Jahres erschien, ebenfalls im Verlag 28 Eichen, mein Überblick über Conan Doyles Prosaschaffen in Das SpukhausEs ist wahrscheinlich der erste zusammenhängende Würdigungsversuch der Romane, Erzählungen und einiger sonstiger Schriften eines der packendsten Schriftsteller Großbritanniens auf deutsch.

Am 5. Mai hatte ich infolge einer Programmänderung in einer Veranstaltungsreihe der Herz-Jesu-Kirche Trier Gelegenheit, erstmals en bloc meine frühe Klavierkomposition Suite, Sonate und Finale öffentlich zu präsentieren. Auch dies, toitoitoi, mit überraschendem Erfolg.