Klauspeter Bungert

:: Erweiterter Überblick über meine Theaterstücke

Klauspeter Bungert

Erweiterter Überblick über meine Theaterstücke in alphabetischer Reihenfolge


 

Aufführungsrechte:

Cantus-Theaterverlag


 

Am Rande

 

Das mit dem Tod eines Protagonisten endende Drama spielt während einer Nacht und beleuchtet den gegensätzlichen Werdegang zweier Klassenkameraden und eines Lehrers. Auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichem Erfolg gehen sie mit Problemen ihres Selbstwertgefühls und ihren Beziehungssehnsüchten um. Einer kam auf die schiefe Bahn, der andere beginnt eine politische Karriere, überwindet aber nur zaghaft seine Verklemmung. Der Lehrer verstrickt sich in peinliche Affären, die er vor seiner gelähmt zu Hause sitzenden Frau verbirgt. Kritisch hinterfragt werden die Hilfsmöglichkeiten des örtlichen Wohlfahrtsverbandes.

Theater / Drama

2 D

4 H

Wohnungsflur · Ecke in einer Wohngemeinschaft · Abgewohnte Studentenbude · Flur in einem Übernachtungsheim · Nachts in einem Park · Beratungszimmer

120 Minuten

Für erfahrenes Amateurtheater erreichbar. Zur Darstellung der Schauplätze dürften Vereinfachungen nötig und kreative Lösungen gefordert sein.

· Adolf, Anfang 30; heruntergekommen; Alkoholiker; versucht Menschen, die seinen Neid oder seine Kritik erregen, zu manipulieren; suizidgefährdet

· Neidhard, Mitte 50; Lehrer; mit korrekter Fassade, aufbrausend und unbeherrscht

· Nora, Ende 30; engagierte Sozialarbeiterin und Angestellte bei Norbert

· Norbert, Ende 50; Geschäftsführer des örtlichen Wohlfahrtsverbandes; versucht sich als väterlicher Retter Adolfs, der ihm ein ausschweifendes Doppelleben nachsagt

· Ortrud, Fachhochschulstudentin Mitte 20; weiß Neidhards Avancen souverän zurückzuweisen und den schüchternen Pit zu ihren Gunsten zu lockern

· Pit, Anfang 30; poltischer Aufsteiger in einer konservativen Partei; altbacken, verlegen, in seinem unbeholfenen Umgang mit Frauen rührend

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

http://magazin.16vor.de/klauspeter-bungert-frische-und-lebendigkeit-an-die-staunen-macht-2015-08-05/

 

Auf dem Canal grande

(in memopriam Conrad Ferdinand Meyer)

Das nach einem Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer betitelte Stück ist eine im Detail frei gestaltete Familien-Tragikomödie und setzt historische und erfundene Gestalten zu einem Lebensbild des alten, zeitweise in der Nervenheilanstalt Königsfelden untergebrachten Dichters zusammen.

Theater / biografisches Stück

3 D

3 H

Zimmer in einer vornehmen Nervenheilanstalt · Arbeitszimmer Meyers zu Hause

120 Min.

Nicht schwer zu inszenieren. Erfordert exzellente Darsteller.

· Conrad Ferdinand Meyer, an die 70; kurzsichtig, mit kleiner Brille; oft vergesslich und apathisch, dann wieder entschlossen und klar

· Luise Meyer-Ziegler, Ende 50; über das Leben ihres angeschlagenen Gatten mit manchmal begründeter, manchmal übertriebener Eifersucht wachend

· Camilla, ihrer beider 13-jährige Tochter; in ihrer unbefangenen Kindlichkeit der Glanz des Hauses, durch die äußeren Umstände an ihrer Entfaltung gehindert

· Betsy Meyer, sieben Jahre jünger als Conrad; begreift sich als im Dienst des Bruders stehend und fühlt sich von Frau und Kind Conrads ausgegrenzt

· Jürgen, junger Insasse der Nervenheilanstalt; hat sich aufgrund der literarischen Botschaften Meyers in den alten Herr bis zur Selbstaufgabe verliebt

· Anstaltsarzt, in die 50; verspannt und abgründig; Zyniker

· Anstalt: Luise verliert die Fassung, als Meyer sie mit seiner Schwester Betsy verwechselt. Jürgen versucht, Meyer von seinen im Werk verschlüsselten emotionalen Möglichkeiten zu überzeugen. Meyer ruft aufgebracht das Anstaltspersonal zuhilfe.

· Anstalt: Meyer unterstellt Besucherin Betsy, der verklemmten Mutter nachzuschlagen, der er die Schuld für sein verspätetes Erwachen als Ehemann und Vater zuschreibt. Betsy reagiert empört, ohne zu vergessen, wen sie vor sich hat. Luise dringt empört ins Krankenzimmer, wirft Betsy und dem Anstaltsarzt vor, ihren Mann aufzuregen, und nimmt ihn nach Hause mit.

· Arbeitszimmer: Luise instrumentalisiert die Schwäche Meyers für eine publizistische Intrige gegen Betsy. Zu spät wird Meyer klar, dass er eine Erklärung unterschrieb, die seiner innersten Überzeugung widerspricht.

· Anstalt: Betsy erwirkt für Jürgen Freigang zum Haus des geliebten Dichters.

· Arbeitszimmer: Meyer liest strahlend ein frömmelndes Gedicht vor, das er eben fertiggestellt hat und das Luise „großartig“, Töchterchen Camilla aber nur „blöd“ findet. Da hören sie draußen jemanden das Gedicht „Auf dem Canal grande“ rezitieren. Meyer reagiert erschüttert, Luise starr vor Schrecken. Eine Begegnung mit Betsy und Jürgen kommt aber nicht zustande, am Ende kehrt wieder Ruhe ein.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

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Das Bild, das Spiel, die Stimme

Eine Trilogie

Die drei unterschiedlich angelegten Kurzdramen thematisieren das wechselvolle Verlangen von Menschen nach Geborgenheit.

Theater / Drama

3 (5) D

3 (6) H

Mathildes Wohnzimmer · Ein Wohnzimmer · Wohnzimmer der Tobias

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater eventuell erreichbar. Nicht schwierig zu inszenieren.

Mathildes Zweisamkeit“

· Mathilde, Witwe, etwas verlebte Anfangsechzigerin

· Gerald, Student Mitte 20; Spielernatur

 

Eine Hütte zu vieren“

durchschnittliche Menschen zwischen 40 und 50

· Sanni, bodenständig, aufrichtig, kameradschaftlich

· Resi, beziehungsgeschädigt, unsicher; Freundin der Familie

· Erwin, Sannis Mann; bodenständig

· Bert, Familienfreund; nagt an einem inneren Problem

 

Nach dem Stück“

Gesellschaft überwiegend mittleren Alters nach einem Theaterbesuch

· Hanna Tobias, von ihrer ehelichen Situation gestresst; Lehrerin

· Karl-Heinz Tobias, ihr Noch-Ehemann; Rechtsanwalt; dickfellig

· Jens Schröder, emotionsgesteuerter Schauspieler; Freund der Tobias

· Klaus Breitbach, undurchsichtiger jüngerer Gast; Freund von Jens

· Weibliche Stimme im Radio

 

Empfohlene Doppelrollen:

· Gerald / Klaus Breitbach

· Sanni / Hanna Tobias (oder: Sanni / Stimme)

· Resi / Stimme (oder: Resi / Hanna Tobias)

· Erwin / Karl-Heinz Tobias

· Bert / Jens Schröder

· Im ersten Kurzdrama, „Mathildes Zweisamkeit“, trifft die Einsamkeit einer lebenshungrigen älteren Frau auf die zwischen Sympathie, Ablehnung, Spiel und Berechnung schwankende Haltung eines Studenten, der bei ihr wohnt. Nach Jahren im Ausland klopft er unangemeldet wieder an, sie erleidet einen Schwächeanfall und stirbt vor Zorn oder vor Glück, was wir nie erfahren werden.

· Die Doppelszene „Eine Hütte zu vieren“ gibt Momente im Leben zweier problematischer und zweier eher ausgleichender Menschen wieder. Ausgelöst durch einen Scherz, brechen Verwerfungen und Verstörungen in der Gruppe auf.

· Der Einakter „Nach dem Stück“ versammelt eine kleine Gesellschaft nach einer Theatervorstellung. Über dem Gespräch über Inhalte des gesehenen Theaterstücks und die Leistungen der Darsteller gehen eine Ehe, eine Affäre und eine Freundschaft in die Brüche.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

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Das stille Erlöschen des Magnetismus

Eine Traumödie

Der Musikkritiker Erik verliebt sich regelmäßig in unpassende junge Frauen, während die treue Seele Hilde vergeblich auf ein günstiges Zeichen von ihm wartet. Alle sind auf der Suche nach Lösungen in ihren illusionären Partnerbeziehungen.

Theater / Komödie

4 D

2 H

Mehrere, für die Verhältnisse großer Häuser oder filmische Umsetzung detailliert beschriebene Innen- und Außenräume (Wohn-Arbeitszimmer mit Klavier · Ausschnitte zweier provisorischer Wohnungen · Café · Pförtnerloge). Nach Maßgabe zu vereinfachen.

100 Min.

Ein Fest für Schauspieler.

· Erik, Musikkritiker, Mitte 40; durchschnittlich mit verwirrendem Innenleben

· Nina, Designstudentin, Ende 20; kann ihre Faszination für Erik nicht definieren

· Marlene, Bekannte Ninas, Mitte 30; lebt in Trennung, steckt in einem persönlichen Befreiungsprozess

· Hilde, Eriks Nachbarin, Mitte 40; patent, ihm sehr verbunden

· Britta, späte Abiturientin, Anfang 20; schwankt zwischen ihrem Exmann und Erik, dessen Werbung sie nicht restlos überzeugt

· Eckhart, Bekannter Eriks, Mitte 40; Stimme der bodenständigen Vernunft

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

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Der Dezernent

 

Erik, erfolgloser Pianist und Kandidat für das Kulturdezernentenamt, sehnt sich danach, seine Brottätigkeiten an den Nagel zu hängen: Klavierunterricht und Aufsätze über Musikgeschichte, Konzertveranstaltungen, Opernpremieren. Er schafft seinem Überdruss an Mozart, Beethoven und anderen Säulenheiligen des klassischen Musikbetriebs in heftigen Ausfällen Luft. Da machen ihm seine parteiinternen Widersacher einen Strich durch die Rechnung. Zum Verhängnis wird ihm seine Vorliebe für grenzwertig jüngere Partnerinnen. Mehr als die lokalpolitische Intrigenposse nimmt ihn indessen die eigenartige Beziehung zu seiner Nachbarin Hilde mit.

Theater / Komödie

2 D

3 H

Gemütliches Wohn-Esszimmer mit einem Klavier (Attrappe).

110 Min.

Ein Fest für Schauspieler. Nicht schwierig zu inszenieren.

· Erik, kauziger Typ, 56

· Hilde, verehrt ihn still, aber hartnäckig, 57

· Ortwin, mittelbegabter Ex-Klavierschüler Eriks, 35; strebt unter Anleitung seiner Mutter eine Parteikarriere an

· Alma, Ortwins ehrgeizige Mutter, 56; Freundin und parteiinterne Kontrahentin Eriks

· Streusand, Verleger von Eriks Konzertführer, 62; jovial, ausgeglichen, betriebsblind

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

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Der Durchbruch

 

Rivalitäten, eine unfreiwillige Zwischenlandung, Gerüchte um ein Umweltverbrechen und im Mittelpunkt der Pharmamagnat René Parmon. Wird er seinen jüngeren Bruder und Entführer zur Aufgabe bewegen? Wird er das Wunder einer Heilung an seiner Freundin und Schwägerin vollbringen? Wird er sich vermittels dieser Heilung vor der Öffentlichkeit reinwaschen können?

Ein selbsternannter Gott will den vollkommenen, unsterblichen, endgültigen Menschen schaffen. Als ihm das misslingt, ist ihm nur noch darum zu tun, die Spuren seines Handelns zu verwischen. Ob die Gerechtigkeit am Ende noch einmal siegt?

Theater / Politdrama

2 D

3 H

Strand mit Teilansicht eines kleinen Amphibienflugzeugs · Wintergarten mit malerischer Aussicht

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater erreichbar. Nicht schwer zu inszenieren.

· René, Mitte 50, von einer schier unglaublichen Selbstsicherheit

· Ulf, sein jüngerer Bruder; Verlierertyp

· Dorte, Renés Frau; drogenabhängig; jäh zwischen Bewunderung und Verachtung Renés hin und hergeworfen

· Ulrike, Ulfs Frau, Freundin Renés; Ex-Schönheitskönigin; durch schwere Erkrankung geschwächt, mit René in dessen Lebensgier einig

· ein Angestellter Renés, bedenkenloser Handlanger; Nachfolger Ulfs als Privatpilot

Stimmen: Journalisten, Passanten, ein Zeitungsverleger

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

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Der Falter im Spinnennetz

Eine zweitausendjährige Komödie. Göttlich

Erster Abend: Himmel / Zweiter Abend: Fegfeuer. Erde

Was wäre, wenn der geschichtliche Jesus, in einer Art Dantescher Wanderung durch die Welten, erleben müßte, was die Menschen aus ihm machten? Er wäre verzweifelt. Mit Mitteln der Satire und Sympathie für die unbefangen aus den Quellen herausfiltrierte Gestalt wird der von Verehrerinnen und Verehrern, Bittstellerinnen und Bittstellern verfolgte Mann aus Nazareth gegen die Legenden ausgespielt, die ihn ersticken. Das ist auch nicht historisch, aber näher kommen wir ihm nicht.

Theater / Komödie

1 (2) D

9 (11) H

· Himmel: eine lichtvolle Oase mit kleiner Palme und zwei weißgestrichenen Parkbänken mit Rücken- und Seitenlehnen

· Fegfeuer: abschüssiger Platz am Fuße eines Vulkanbergs mit versteinerter Palme

· Erde: Nische im Flur einer geriatrischen Pflegestation mit Zimmerpalme

105 Min. für den ersten, 85 Min. plus Pause für den zweiten Abend

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Nicht schwer zu inszenieren.

Wegen der Dichte der Information ist eine Aufteilung der „zweitausendjährigen Komödie“ als Trilogie auf zwei Abende anzuraten: „Himmel“ (Eindreiviertelstunde ohne Pause) und „Fegfeuer / Erde“ (Anderthalbstunde plus Pause). Für den ersten Abend würde sich die Anzahl der Darsteller dabei von elf (1 D, 10 H für 2 D, 11 H) auf sechs (1 D, 5 H) reduzieren.

Personen im Himmel:

· Jesus, 33

· Saul (Paulus), 50; mit kürzerem linken Bein

· Maria Magdalena, 28

· König Agrippa, 65

· ein Geheilter aus Nazareth, 61

· Markus, 30

 

Personen im Fegfeuer:

· Kephas (Simon Petrus), 60; cholerischer Zottelbart

· Matthäus, Evangelist, 70

· Lukas, Evangelist, 50

· Johannes 1, Koautor des „Johannes“-Evangeliums, 45

· Pontius Pilatus, 61; Vollglatze

 

Personen auf der Erde:

· eine Altenpflegerin, 28

· ein Altenpfleger, 30

 

Doppelrollen:

· Maria / Altenpflegerin

· Geheilter / Pilatus

· Markus / Altenpfleger

Wie in Dantes Epos „Die Göttliche Komödie“ wird der Zuschauer Zeuge eines Rundgangs durch drei Welten. Aber die Reihenfolge ist vertauscht: erst der Himmel, dann das Fegfeuer, und eine Hölle gibt es auch nicht, Hölle ist anteilig überall. Hölle als Endzustand wäre nach der trefflichen Aussage des Fegfeuerinsassen Pontius Pilatus eines Herrschers von der Größe des Diktatorengottes Jupiter jedoch nicht würdig. Sie wäre Ausweis des Misslingens und fundamentaler Kritik am eigenen Werk. Der Rundgang endet also ganz bescheiden auf einer Krankenstation irgendwo auf der Erde.

1. Abend

Himmel: Am Anfang erwacht Jesus Christus an der Seite von Saul-Paulus aus einem Alptraum. Darin suchten ihn die Menschen wie zu Lebzeiten in Massen auf und erdrückten ihn mit uneinlösbaren Forderungen. Paulus leidet unter der Gewissenslast, Jesus in seiner personalen Gestalt, wenn auch mit bester spiritueller Absicht, ignoriert zu haben. – Maria Magdalena, die schöne Exprostituierte, erzählt, wie sie sittsam geworden ist durch die schwärmerische Liebe zu ihrem so gar nicht fürs Lieben geschaffenen Jesus. Ein Körperbehinderter aus dem Kuhdorf Nazareth berichtet, wie der junge Jesus ihn durch ein unerwartetes Wort seelisch aufgebaut hat. Der Evangelist Markus, einziger an der Wahrheit interessierter Evangelist, beschwert sich, dass Jesus mehr an dem feigen Apostel Kephas-Petrus hängt, Agrippa, Exgouverneur im Nahen Osten, mokiert sich darüber, dass es Paulus in seinen Rechtshändeln mit dem religiösen Establishment von Jerusalem mehr ums Rechthaben als um das Recht zu tun gewesen sei.

Nach einigen Streitereien einigen sich die Paradiesbewohner darauf, Kephas-Petrus im Fegfeuer einen Besuch abzustatten.

2. Abend

Im Fegfeuer, einem aschgrauen Ort ohne Wasser, nerven seit 2.000 Jahren der Gouverneur Pontius Pilatus, Kephas-Petrus und die Evangelisten Matthäus, Lukas und Johannes 1 einander bis aufs Blut. Täglich kauen sie die gleichen Geschichten, Vorwürfe und Unterstellungen durch. Am Höhepunkt ihrer chaotischen Streitereien, bei denen sie mittelalterliche Foltermethoden imitieren, erhalten sie den Besuch der Paradiesbewohner. Petrus schämt sich, Jesus ist erschüttert, dass Petrus so leiden muss und regt an, dass Paulus vierzehn Tage mit ihm tauscht. Das wieder ruft den eifersüchtigen Lukas auf den Plan. Bei der Konfrontation Jesu mit Pilatus wird klar, dass dieser sich nicht an seinen Delinquenten erinnert. Saul-Paulus und Jesus beschließen einen Besuch auf der Erde, wo ein junger Mann leben soll, der nach dem wahren – historischen – Jesus forscht.

Dort necken einander Pfleger und Pflegerin, verkörpert von Markus und Maria Magdalena. Er vergleicht ihre Jesumania mit der Verehrung eines Falters in einem Netz, dessen blaue Farbe im Wind leuchtet und Leben vorspiegelt, das er nicht hat. – Hier unterbrechen Jesus und Saul. Der Jesusforscher grüßt argwöhnisch zurück. Sie behaupten, sie wären die neue Nachtschicht.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

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Der Fragwürdige

Eine alte Farce (Alternativversion zu „Die Schmeißfliegen“)

Diese an einige Farcen Molières und der Antike anknüpfende kleinbesetzte Parallelfassung zu „Die Schmeißfliegen. Eine antike Komödie“ behält Thema und Schluss von dort bei, unterscheidet sich aber atmosphärisch und formal. Einfache Szene hier steht gegen Simultanbühne dort, Dialog- gegen Handlungstheater, Literatur- gegen Konzeptkunstevent, Kammerspiel gegen Großaufgebot, Dreiaktigkeit gegen optional unterbrechungsloses Spiel.

Theater / Komödie

2 D

2 H

Ein weiträumiges, sparsam ausgestattetes Zimmer mit altmodischen Gegenständen von teils praktischem, teils symbolischem Wert.

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Leicht zu inszenieren.

· Nichtsnutz, junger Mann

· Putzfrau, 60jährig

· deren Tochter

· der neue Hausbesitzer, Anfang 40

Ein junger Mann, dessen Dasein zu nichts nutze scheint, lebt auf Kosten eines Mäzens frei in einem Mietshaus. Er wird von einer lästigen Putzfrau gestört, die seit neuestem unbegrenzten Zutritt hat. Das Haus soll verkauft und für die Übergabe auf Hochglanz gebracht werden. – Eine erotische Schönheit, ihre Tochter, bringt die Einladung zu einer Buchpräsentation angeblich von einer lang zurückliegenden Liebe. Nichtsnutz wehrt ab mit der Begründung, dass er rund um die Uhr konzentriert arbeiten müsse.

Tochter bleibt über Nacht, ohne dass er seiner Faszination für sie Taten folgen ließe. Am nächsten Abend liegt er immer noch faul auf der Luftmatratze, die er neben dem Bett aufgeschlagen hat. Das Essen ist verzehrt, er und Tochter hungrig und inzwischen der Zeitpunkt zum Einkaufen verpasst. – Ehe er entscheiden kann, ob er die Buchvorstellung besuchen will, wo es Happen gibt, stürmen Putzfrau und der neue Hausbesitzer herein und werfen ihn hinaus.

Nach der Buchvorstellung, die in Wahrheit Tochters eigenem Roman galt, trifft Nichtsnutz sie als stolze Stipendiatin und Geliebte des neuen Hausbesitzers in seinen alten Räumen. Inzwischen Putzmann und Nachfolger ihrer Mutter, verreißt er „Hilmar und die Straße am Horizont“ als Manifest des Mittelmaßes und erntet lautstarken Protest. Es gelingt ihm, die zur Nachfeier versammelte kleine Runde unbeobachtet zu verlassen und kurzzeitig aufzuschrecken: Im Treppenhaus, in dem es laut schallt, simuliert er mit einer Schreckschußwaffe Suizid.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

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Der Kreisleiter

Eine postmortale Aufarbeitung

Wieder einmal möchte sich Herr Gott die Zeit vertreiben. Er arrangiert ein Tribunal. Betroffene eines Prozesses von 1947 treten darin auf. Der begabte, aber konfliktscheue Journalist Sven führt Protokoll und soll in seinem Online-Portal über den Fall berichten.

Theater / Komödie

7 D

3 H

Kleiner Gerichtssaal. Herr Gott sitzt erhöht, rechts neben sich Platz für Sven. Gegenüber: Einzelstuhl für den Angeklagten und, rechts von diesem aus gesehen, eine Stühlegruppe für die Zeugen. Hinter der breiten Fensterfront schweben, das Blaue des Himmels durchscheinen lassend, nahe Wolken.

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater erreichbar. Nicht schwer zu inszenieren.

· Herr Gott, nachsichtiger Zyniker, will nichts von seiner Allmacht wissen, reagiert aber pikiert, wenn man sie anficht; sportlicher Typ Mitte 50

· Sven, aufstrebender Journalist um die 30; immer auf der Seite des Angenehmen und Harmonischen; Kind der Spaßgesellschaft

· Bruno Anders, ein durch die Ereignisse eingeschüchterter, gebrochener Mann jenseits der 65, dessen vormals selbstgerechter Stolz in einigen Rückblenden aufscheint; in heiklen Situationen ein diplomatischer Duckmäuser

· Katharina Anders, 83, etwas herbe, aber herzensgute, mutig für ihre Kinder und später ihren kranken Mann eintretende, aufrechte, in bezug auf längerfristige Entwicklungen ängstliche Mutter und Frau; lässt sich nicht verbiegen

· Hiltrud Anders, 57, die älteste Tochter der Anders; trauert ihrer Zeit als BDM-Führerin nach, merkt aber, dass sie das nicht kommunizieren darf; Verdrängerin; fühlt sich vom Leben betrogen, Flucht in geselliges Buhei; Trinkerin; neidisch auf Lotte

· Lotte Anders, Mitte 30, die mittlere; in Krisenzeiten mit ihren sportlichen Erfolgen Anker der Familie; gerechtigkeitsliebend mit Hang zum Verklären und Ausblenden unangenehmer Tatsachen

· Monika Anders, Anfang 30; als damaliges Kind zu Unrecht betroffen von der Sippenhaft; potestiert gegen Beschönigungen energisch, schätzt den Vater weder als ideologischen Laumann – wie Hiltrud – noch als Opfer – wie Lotte –, sondern als opportunistischen Parteigänger ein

· Silvi, elfjährig; Sonnenschein der Familie

Zwei bezaubernde weibliche Engel; Assistentinnen von Herrn Gott, Bikinimädchen mit offenem Blüschen, die eine mit Sprechanteil, die andere als stumme Rolle.

Anders betritt den verändert erscheinenden Gerichtssaal. Er befürchtet eine Neuauflage seines Entnazifizierungsverfahrens. Herr Gott benutzt die Gelegenheit, ihn als Verfechter von Darwins gottfreier Evolutionstheorie zu foppen.

Anders' Frau tritt auf. Ergreifendes Wiedersehen nach 60 Trennungsjahren. Katharina beschwert sich über das Geleit durch zwei Pin-up-Mädchen. Sven verteidigt in anbiedernder Sympathie die Gegenwart der wohlgestalten Geschöpfe als personifizierten Lobpreis auf Herrn Gottes Schöpfung.

Im Kanon verlesen die jüngeren Töchter und das Erste Mädchen den auf die Rückwand projizierten Anfang der Anklageschrift, nach der Anders in die Gruppe II der Aktivisten des Naziregimes eingestuft werden soll. Im Wechsel von Rede und Antwort, nachgestellten Rückblenden und provokanten Zwischenrufen der jüngsten Tochter werden Ursachen und Folgen von Anders' Verstrickung in das braune Regime deutlich. Als Volksschullehrer und Verfechter von Darwins Evolutionstheorie geriet er mit der kirchlichen Schulaufsicht in Konflikt. Sein Antiklerikalismus und ein Vorgang aus dem Ersten Weltkrieg, der ihn erpressbar macht, lassen ihn zu einem eifrigen Parteisoldaten werden.

Kaffeepause. Auch Anders wird von den reizenden Assistentinnen bedient. Er lebt unter der unerwarteten Gnade förmlich auf.

Fortsetzung des Prozesses mit einer engagierten Verteidigungsrede Lottes. Hiltrud dagegen, die bereits in karnevalistischer Verkleidung den geistlichen Schulrat ihres Vaters mimte und in verwahrlostem Zustand hereingeführt wird, verweigert die Aussage.

Als letzte Leumundszeugin hält Anders' elfjährige Enkelin Silvi ein flammendes Plädoyer für die Großeltern, von denen sie nur Gutes erfuhr, und fleht das Gericht in rührender Weise an, ihrem Opa nichts zuleide zu tun.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

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Die Heimkehrer

 

Zwei Aussteiger an einem abgelegenen Flecken Erde: Marc, ein in der Ablehnung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, aber nur darin entschlossener Chaot, und Jürgen, ein ihm ohne Erfüllung ergebener Mitläufer. Sie erhalten Besuch von zwei Frauen mit einem toten Kind: Petra, die von Marc schwanger war und ihn lange suchte, und Elke, eine um ihr Comeback kämpfende lesbische Ministerin.

Jahre nach ihrer rituellen Hinrichtung erscheinen die Frauen den Männern im Traum. Das Leben wird den Deserteuren zu einer nicht mehr ordbaren Folge wirrer Versatzstücke. Eine Heimkehr, wiewohl ersehnt, kann es nicht mehr geben.

Theater / Drama

2 D

2 H

Lichtung mit einer Hütte, deren Eingang am rechten Rand zu sehen ist. Vor dem Eingang ein Podest oder Tisch in Gestalt eines großen Baumstumpfs. Über diesen Baumstumpf ragt der stämmige Ast eines zweiten Baumes. Den Hintergrund bildet die obere Begrenzungslinie eines Abhangs.

110 Min.

Für erfahrene Amateurdarsteller erreichbar. Nicht schwer zu inszenieren.

· Jürgen, 30

· Marc, 35

· Petra, 30

· Elke, Mitte 40

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Die Irrenden

 

Ein abgetakelter Kritiker. Keiner hilft ihm. Er übernachtet ein paarmal in einer Brandruine. Dort gibt es eine skurrile Begegnung mit einer alleinstehenden Dozentin, die in einem Chor singt. Er sucht seine Schwester auf, mit der er sich vor langem überworfen hat. Sie, eine mittelklassige Schauspielerin, zeigt sich wenig erfreut über sein Obdachersuchen. Als Rezitatorin seiner Jugendgedichte vor seiner Urne bekommt sie einen hysterischen Anfall.

Theater / Komödie

4 D

2 H

Verlagsbüro · ausgeräumte Wohnung · nachts in einer Brandruine · Mias Wohnzimmer · vor einem Urnengrab

90 Min.

Ein Fest für Schauspieler. Für erfahrenes Amateurtheater erreichbar.

· Mia, 63, Schauspielerin Typ „altgewordene Anfängerin“

· Richard, 61, Kritiker, ihr Bruder; Bankrotteur

· Erich, Anfang 60, Inhaber einer Druckerei; ehemaliger Verehrer Mias und Freund Richards; überhört dessen Kreditbitten geschäftsmännisch

· Hausmeisterin, 50; verschmitzt, nicht auf den Kopf gefallen

· Ursula, ihre bildhübsche 19-jährige Tochter; verführerisch, für Geld zu haben

· Passantin, vornehm tuende Akademikerin; auf der Jagd nach zweifelhaften Kontakten

· Der abgetakelte, verschuldete Kritiker Richard sucht seinen alten Freund, den Exverehrer seiner Schwester Mia und Werbeblattverleger Erich, auf, um ihn anzupumpen. Erich bietet statt Geld einen kompromittierenden, lausig bezahlten Nebenjob und fragt Richard nach dessen Schwester. Doch Richard hat den Kontakt zu ihr abgebrochen.

· Abnahme der verkommenen Wohnung Richards. Richard versucht, die Hausmeisterin und deren Tochter Ursula anzupumpen, um Rücknahme der Kündigung zu erwirken. Ein lukratives Stellenangebot werde Entspannung bringen. Sich anders besinnend, überlässt er Ursula das Bargeld, das er für seine Fahrt reservierte, und vergnügt sich mit ihr.

· Richard übernachtet in einer Brandruine. Zusammentreffen mit einer Universitätsdozentin auf Männerfang. Anpumpversuch Richards. Verwechslung. Spätes Erkennen.

· Richard sucht seine lange gemiedene Schwester auf. Die von Rivalitäts- und Eifersuchtskonflikten geladene Atmosphäre zwischen den beiden kocht neu hoch und eskaliert in einem letzten Erpressungsversuch Richards, sie möge ihn bei sich aufnehmen. Die Szene – die umfangreichste in diesem Spiel – wird dergestalt durchbrochen, dass sie mehr und mehr wie ein Rückblick erscheint.

· Der Epilog bringt die Auflösung: Richard hat sich in Mias Wohnung das Leben genommen. Vor Richards Urne liest Mia, seinem Letzten Willen folgend, aus seinen halbgelungen-halbmisslungenen Gedichten. Darüber bekommt sie einen Wutanfall.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

http://magazin.16vor.de/klauspeter-bungert-frische-und-lebendigkeit-an-die-staunen-macht-2015-08-05/

 

Die Lausigkeit der Liebe, des Lasters und der Lust

Semikomödie um einen Politikverdrossenen. In zwei Akten

Diese leise endende szenische Biografie entwirft anhand von Ereignissen zweier Lebensperioden, die mehr als 20 Jahre auseinanderliegen, ein Charakterbild des österreichischen Dramatikers Franz Grillparzer. Widersprüchlich wie seine Einstellung in Partnerschaftsangelegenheiten bleibt sein Verhältnis zum Staat, wiewohl er manche Frau leidenschaftlich begehrt und im Staatsdienst einen sicheren Posten erlangt.

Theater / Tragikomödie

5 D

3 H

Der erste Akt spielt teils in zwei Wohnstuben, die ohne weiteres auseinander hervorgehen, vielleicht nur angedeutet und mit Lichteffekten voneinander abgehoben sind, teils an Plätzen im Freien. Der zweite Akt spielt in Grillparzers Wohnstube.

140 Min.

Ein Fest für Schauspieler.

Personen, die in beiden Akten auftreten:

 

· Franz Grillparzer, Dichter, Beamter ohne Karriere

· Ferdinand Ritter von Paumgartten, Grillparzers Vetter, Beamter mit Karriere; Charlottes Mann

· Kathi Fröhlich, Grillparzers platonische Geliebte

· Netti Fröhlich, Kathis Schwester

· Marie von Smolenitz, Grillparzers Geliebte

· Moritz Daffinger, Maries anderer Geliebter und späterer Ehemann; Porträtmaler mit unliebsamen politischen Ansichten

 

Im ersten Akt sind diese Personen zwischen 25 und 30 Jahre alt, Grillparzer knapp darüber, im zweiten ein Vierteljahrhundert älter. Doch stammen sie alle aus einer bürgerlichen Schicht, in der man sich auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht allzu rasch verbrauchte.

 

Personen, die nur im ersten Akt auftreten:

 

· Charlotte von Paumgartten, Ende 20; Ferdinands Frau, Geliebte Grillparzers

· Frau von Piquot, um die 50; in Trauer

Grillparzers Leben und der Niederschlag in seinem Werk fordern die Darstellung grundlegender Widersprüche unmittelbar heraus. Diese bestehen sowohl im Umgang mit einzelnen Menschen als auch in der Einstellung zu Gesellschaft, Politik und Kunst.

Stolz, Selbstzweifel, Selbsthass, Resignation, bürgerlicher Biedersinn, Opposition gegen religiöse Schranken, Empathie und Donjuanismus gegenüber Frauen wechseln in dieser Persönlichkeit ab oder existieren als etwas kaum zu Trennendes nebeneinander. Sie finden ihren Ausdruck und ihre Schranken im lebenslangen Bemühen eines Intellektuellen, sich in einer als unpassend erfahrenen Umgebung nach Kräften einzurichten.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Die letzten Kaiser von Trier

 

Die Drei Trierer Historiendramen (Die letzten Kaiser von Trier / Willkommen, Constantin! / Kaiserin Helena) verknüpfen Trierer Spätantike mit zeitgenössischer Thematik und sind so ausgerichtet, dass sie im Freien an historischer Stätte, etwa im Amphitheater in Trier, ideal aufgeführt werden können. Reale Ereignisse der Epoche, oft weichenstellend für die Zukunft, erscheinen im Spiegel der Rückschau. Ein groteskes Dreigestirn antiker Gottheiten läßt die Entwicklungen im Zeitrafferverfahren Revue passieren und nimmt bei einer Zeugenvernehmung die Strippenzieher ins Verhör.

Für „Die letzten Kaiser von Trier“ stand die machtpolitisch unruhige, religionsgeschichtlich bedeutsame Periode der kleinen Herrscherdynastie Ende des vierten Jahrhunderts Pate: Gratian und sein unglücklicher, zum Herrschen viel zu junger Halbbruder Valentinian, dazwischen der Usurpator Maximus. Der Machtkampf zwischen tüchtigen, aber nicht dynastietauglichen Heermeistern fränkischer Herkunft und unerfahrenen Erbfolgern eskaliert und bricht dem gerade zwanzigjährigen Valentinian das Genick.

In die Herrschaft des Soldatenkaisers Maximus fällt die erste Verurteilung eines Häretikers. Trier genießt das zweifelhafte Verdienst, für die Ketzerverfolgungen und -hinrichtungen späterer Jahrhunderte den Präzedenzfall geliefert zu haben. Die Verurteilung Priszillians spielt im Stück eine wichtige Rolle wie auch die Intervention des bekannten Bischofs Martin von Tours und die kirchenpolitischen Schachzüge des Trier-Mailänder Bischofs Ambrosius.

Theater / Historiendrama / Komödie

4 D (+ Statistinnen)

16 H (+ Statisten)

Auf die Dimensionen des Trierer Amphitheaters als großer Freilichtbühne berechnet. Auf andere Verhältnisse anpassbar. Wenige Kulissen, aber einige Technik sind erforderlich, um bruchlose Übergange von realer Aktion in Schattenspiel (Computeranimation) und umgekehrt zu ermöglich.

130 Min.

Theoretisch auch in den Hauptrollen ausschließlich mit Amateuren besetzbar. Näher liegt jedoch eine Kooperation zwischen professionellen und semiprofessionellen Kräften und historisch informierten Vereinen zur Abdeckung des Statistenaufgebots.

Sublimiertes großes Volkstheater!

Götter (über Lautsprecher):

· Jupiter, schlanker vornehmer Herr um die 60, ziemlich großgewachsen, in gutsitzendem durchgehenden Gewand in weiß oder eierschalenfarben

· Venus, aufgedunsen, groß und korpulent, mit Pusteln im ungesund roten Gesicht, in weiß oder eierschalenfarben

· Mars Pluto, ein sprechender Hund

 

Augusti:

· Gratian, Anfang 20

· Maximus, Usurpator, Mitte 40

· Valentinian II., erst als Vierjähriger (stumme Rolle), dann als Jüngling

 

Bischöfe:

· Ambrosius von Mailand

· Britto von Trier

· Ithacius

· Martin von Tours

· Priszillian

· Rufus von Metz

und weitere

 

Generäle (Heermeister):

· Merobaudes

· Arbogast

 

Frauen:

· Justina, Mutter Valentinians

· Constantia, Gattin Gratians

· Glandine, Tochter des Merobaudes

 

· Symmachus, Senator aus Rom

· Ausonius, Poet und pensionierter Politiker, ein alter Herr

· Linus, Sklave, Freund Valentinians

 

Soldaten. Gladiatoren. Bürger von Trier.

Erstes der „Drei Trierer Historiendramen“ („Die letzten Kaiser von Trier“ / „Willkommen, Constantin!“ / „Kaiserin Helena“).

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Die Nacht geht auf

 

Der arbeitslose Junglehrer Hans zerbricht an der Ungerechtigkeit der Welt und entführt den Manager und Ministeranwärter Lockmann. Obwohl die RAF und ihre linke Ideologie abgedankt haben, erscheinen die Hintergründe, die zu terroristischem Widerstand führen, in einer sich immer deutlicher abzeichnenden Zweiklassengesellschaft und Mehrere-Welten-Welt brisanter denn je. Lockmann, Prototyp des wendigen Politikers, schlägt aus den Wechselbädern seiner Situation hartnäckig das (für sich) Beste heraus, während Hans bei seinem Gerechtigkeitskampf kaum mehr als ein Strohfeuer entfacht.

Theater / Politdrama

-

2 H

Nacht an einer unbeleuchteten Dorfstraße. · Ein zum Aufenthaltsraum umfunktionierter fensterloser Keller.

110 Min.

Leicht zu inszenieren. Man braucht allerdings zwei hervorragende Darsteller.

· Lockmann, Ende 40

· Hans, Anfang bis Mitte 30

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Die Schmeißfliegen

Eine antike Komödie

Nichtsnutz, eine von Zweifeln angekratzte Denkernatur, wird mit einer Bande erklärter Bluffer konfrontiert, die in einer schütteldurchreimten Vernissage das Zeitalter der Dichter und Denker begraben. Die Drahtzieher nehmen mit der priesterlichen Choreographie ihrer Amtshandlungen und der heiligen Zwölfzahl ihrer ausgestellten Zerfallsprodukte eine angestammte Tradition aufs Korn, erwarten aber denselben kultischen Respekt. Ein Schelm, wer Übles dabei denkt.

Theater / Farce / Gesellschaftssatire

5 D (+ Statistinnen)

10 H (+ Statisten)

Fast leere Bühne. Bereich im hinteren Drittel rechts als Eingang (quasi Tür). Bereich vorne links als Fenster (quasi Fenster).

Ein Streifen im Hintergrund bleibt frei für simultane Aktionen und dient bei der Vernissage als Stellfläche für zwei schwarze Leinwände und ein langes Büfett.

Akustikeinblendungen: Appläuse der Vernissagegesellschaft, Entleerungen.

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Richtet sich an Zuschauer ab 16 Jahren.

Hauptpersonen:

· Nichtsnutz, junger Mann

· Putzfrau, Mitte 50

· deren Tochter, Ende 20

· Emil, Großmakler, 45

· der alte Hausbesitzer, alter Mann

Vernissagegesellschaft:

· Alte, klein, munter

· Kunstkritikerin, magersüchtig, lang

· Junge Frau, Freundin des Cellisten, Exfreundin des Pianisten

· Fabrikant, dick, Brille

· Jungfilmer, mit Videokamera und Fotoapparat

· Galerist

· ein Professor der Philosophie

drei Musiker in Fräcken (an Instrumentenattrappen):

· Pianist

· Geiger

· Cellist

Anonyme Gäste und Helfer

Ein junger Mann, dessen Dasein zu nichts nütze scheint, genießt auf Anweisung eines Mäzens freie Kost und Logis. Er wird von einer Frau Mitte fünfzig, Putzfrau genannt, überrascht, die freien Zugang zur Wohnung hat und ihn bei einer Sache unterbricht, die hartnäckig Etwas genannt wird und ein geistiges Werk zu bezeichnen scheint. Putzfrau, die aus Unvermögen oder einer Marotte heraus alle Fremdwörter mehrdeutig entstellt, jagt ihm Angst ein: es wird Schluss sein mit der Faulheit, das Haus geht in andere Hände über. Sie wird sozial aufsteigen und er sich statt ihrer mit niederen Arbeiten abplagen müssen.

Währenddessen bauen im Hintergrund Helfer eines Galeristen, begleitet von einer snobistischen Kritikerin und einem prätentiösen Professor, mit schwarzer Farbe bestrichene Leinwände auf. Es sind Versatzstücke der Vernissage, zu der die attraktive Putzfrauentochter, Nichtsnutz erotisch irritierend, die Einladung bringt. Vor ihrem Auftritt und dem Abgang von Putzfrau treibt Nichtsnutz eine übermütige Neckerei mit anonymen Telefonaten, die ein zweifelhaftes Licht auf die Ernsthaftigkeit seines Handelns werfen.

Emil, der neue Hausbesitzer, ertappt ihn und verlangt Beweise für die Existenz von Etwas. In seiner Not improvisiert Nichtsnutz ein reimloses Sonett, das ihm die Verspottung der immer zahlreicheren Gesellschaft einträgt. Er wird zur Strafe als Putzmann eingekleidet, um den drogenkonsumierenden Besuchern bei ihren unappetitlichen Verrichtungen zu dienen.

Nach der Vernissage, die Nichtsnutz mit einem Bluff zu einem jähen Ende bringt, sitzt Tochter als erfolgreiche Künstlerin in seiner ehemaligen Stipendiatenwohnung und wird ihrerseits von ihm gestört wie er zuvor von Putzfrau. Eine Chance hat er noch: er soll eine Seite von Etwas aufschreiben, dann kommt er aus dem Strafdienst frei. Er gibt zu, dass er den geforderten Nachweis nicht erbringen kann, und zieht mit seinen Habseligkeiten davon.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Die Stunde des Pilatus

 

Polen 1980, Deutschland heute, Palästina um das Jahr 30, die DDR mit ihren Grenzanlagen und Reisebeschränkungen kristallisieren zu einem fiktiven Staat Utopia, in dem seit langem ein nachdemokratischer Ausnahmezustand herrscht mit einem Diktator an der Spitze. Dieser heißt Pilatus und inszeniert das Gezänk seiner Untertanen wie ein Spiel auf dem Theater. Politik entsteht als Form des dichterischen Gebrauchs von Realität, als Ausdruck der Fantasieeigenschaften im Menschen.

Fantastisch ist auch die Marotte, an der Pilatus leidet. Sie bildet die heimliche Quelle seiner Unruhe und seines Strebens nach Macht.

Auf einer weiteren Ebene zeichnet das Stück Schwerpunkte der Vita Jesu nach und verknüpft sie mit einem modernen politischen Kontext. Die Anspielungen erhöhen den Reiz, sind für ein Verständnis aber nicht unabdingbar. Unabdingbar sind dagegen starke Nerven in Anbetracht einiger gewagter Szenen.

Theater / Politdrama

3 D (+ Statistinnen)

11 H (+ Statisten)

Das Stück spielt teils nacheinander, teils simultan an verschiedenen Plätzen der Hauptstadt von Utopia. Die Spielorte sind sparsam mithilfe von Lichteffekten, konsequenter Verteilung im Bühnenraum und einigen wenigen Kulissen anzudeuten.

180 Min.

Für sehr erfahrenes Amateurtheater erreichbar. Unaufwendig zu inszenieren. Richtet sich an Zuschauer ab 16 Jahren.

· Barabbas, Bahnangestellter; Untergrundkämpfer

· Jerzy, neuernannter Sprecher der Bewegung Kirche von unten

· Jochanaan, Jerzys Vorgänger; verschlossener Typ, schwarzer Vollbart

· Johannes, Sponsor der Kirche von unten, Sponsor Jerzys

· Josef, Jerzys Vater

· Judas, Dolmetscher des Pilatus; steht vor einer Geschlechtsumwandlung

· Maria, Jerzys Mutter; im Rollstuhl, querschnittsgelähmt

· Mirjam, Frau des Johannes; bewundert Jerzy

· Nikodemus, Weingutsbesitzer; gemäßigter Politiker

· Pilatus, Staatspräsident, Chef der Einheitspartei

· eine Prostituierte

· ein Prostituierter

· ein Sicherheitsoffizier

· ein Sicherheitsoffiziersadjutant

Schergen des Pilatus. Sanitäter. Bürger.

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Einkehrtage

Eine Komödie

Im Hinblick auf eine neue Linke einerseits, Jugendliche andererseits, die Studien zufolge das Religiöse für sich neu entdecken, wird die Zeit allmählich wieder reif für eine Auseinandersetzung mit schwarzen und roten Heilslehren, mit Aufklärung und Alleswisserei. Der nach dem berühmten Philosophen Kant benannte Klostertourist bringt es auf den neuralgischen Punkt: „Ich glaube, dass es schließlich auch in Europa wieder so etwas geben wird wie eine abendländische Kultur.“

Das Streben nach Ausgleich endet oft mit nachfolgend desto ungehemmter ausbrechenden Konflikten und allseitiger Beschämung. Parallelen mit den kleinen und großen Krisenherden dieser Erde bestehen unzufällig und erwünscht.

Theater / Komödie

1 D

4 H

Etwas zwischen Sakralraum und Tagungszimmer.

90 Min.

Leicht und unaufwendig zu inszenieren. Man braucht allerdings sehr gute Schauspieler.

· Bäumler, Anfang 40; Hitzkopf, unzufriedener Agnostiker

· Groß, junger Kreisverbandsvorsitzender der neumarxianischen Partei; Idealist, in ständigem Streit mit Bäumler

· Alfred Kant, abgeklärter Herr um die 60; liebt es, die Kontrahenten genüsslich aufs Glatteis zu führen

· Surek, praktizierender Katholik Mitte 50; kirchlicher Aktivist, Schwätzer

· Schwester Maria, vergleichsweise junge Gottesdienerin, wie der Herr katholischer Nonnenorden im Himmel sie wünscht; schwärmerisch, aber nicht bigott; Dialysepatientin

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Eislauf

 

Stationen eines langen Abschieds, der sich wie ein Anfang anlässt, getragen von den Beziehungswirren junger Leute und den Einflüssen einer Gesellschaft, die mit ihren Idealen Haltung und Glücksprognosen ihrer Mitglieder vorgibt. Das an Situationen reiche Stück ist die Dramatisierung eines Romans, der so nicht existiert, es sei denn in Gestalt des wirklichen Lebens.

Theater

5 D

8 H

Mehrere, für die Verhältnisse großer Häuser oder filmische Umsetzung detailliert beschriebene Innen- und Außenräume (Zimmer in einer Wohngemeinschaft · Karls Apartment · Zimmer in einem Schwesternwohnheim · Tisch in einer Pizzeria · Tresen · Platz vor einer Grabsteinhandlung · Lenas neue Wohnung · Auf einem Friedhof · Psychologenpraxis · Im Freien · Bahnabteil · Straße). Nach Maßgabe zu vereinfachen.

140 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Zur Darstellung der Schauplätze dürften Vereinfachungen nötig und kreative Lösungen gefordert sein.

Junge Leute:

· Karl, auf der Suche nach der idealen Frau, dabei durch eine Marotte besetzt, die ihm nicht klar wird

· Lena, attraktive Designstudentin auf der Suche nach dem idealen Mann; immer wieder Opfer ihrer Fehlentscheidungen

· Eva, versucht halbherzig, von Lena loszukommen, mit der sie in Wohngemeinschaft lebt und in die sie sich verliebt hat

· Katharina, Krankenpflegeschülerin, die ihre Liebesbedürftigkeit mit einer bizarren Gestik kaschiert und entgegen ihrer allgemeinen Bodenständigkeit die Klischees der Liebe nicht durchschaut

· Melanie, Katharinas Freundin; lebt seit einigen Jahren in harmonischer Beziehung mit Markus

· Markus, Lebensgefährte Melanies und verständiger Freund Katharinas

· Felix, Freund von Karl; lebt seine Sexualität freizügig aus, bekundet aber Respekt vor Karls Festhalten an alten Beziehungsmustern

· Heinz, kurze Affäre Lenas

Ferner:

· Torsten, Bekannter von Karl; Alkoholiker, der ihm zunehmend lästig wird

· Manfred, Bekannter und Liebhaber Lenas; freizügiger Mann in die 40

· Nadine, Manfreds Frau

· ein Psychologe, versucht, Lena von ihren Schuldgefühlen zu befreien

· ein älterer Bahnreisender / Redner bei einer Trauergesellschaft

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Freßzellen

 

Fünf Personen beiderlei Geschlechts treffen bei einem Workshop aufeinander, um einen offensiveren Umgang mit ihren Gefühlen zu erlernen. Doch wer eine Demonstration davon abgibt, ist der Workshopleiter selbst: Franz Nöler beschimpft die Gruppe drastisch als eine von Kind an verwöhnte Bande.

Bei den folgenden, teils von Teilnehmern, teils von Nöler entworfenen Rollenspielen treten Gegensätze und Eifersüchteleien untereinander zutage. Ein von der Kurverwaltung geschickter Journalist versetzt Nöler, zum Vergnügen seiner Teilnehmerinnen, erneut in Rage. Er rächt sich, indem er einen Dokumentarfilm über einen modernen Großschlachthof auflegt. Die Gruppe interveniert. Sie ist nur zusammengekommen, um ein amüsantes Wochenende zu erleben.

Theater / Komödie

3 D

4 H

Workshopraum im Souterrain einer Kurklinik. Stühle, größerer Tisch, kleinerer Tisch. Leinwand, Filmprojektor. Eine einfache Behandlungsliege. Utensilien zur schnellen Verkleidung für szenische Rollenspiele. Getränke, Gebäck.

120 Min.

Mit erfahrenen Schauspielern leicht zu inszenieren.

· Franz Nöler, der Workshopleiter, Anfang 40

· Judith, die Gutgläubige, Mitte bis Ende 30

· Hella, die Skeptische, Mitte 40

· Uta, die idealistische Kämpferin, Anfang 30

· Erwin, der Kritische, Anfang 30

· Paul, der Vermittelnde, Mitte 50

· Journalist, zweite Hälfte 20

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Gespräch mit einer Toten

 

Monologstück. Beichte eines Sexualmörders. Geschichte einer sexuellen Obsession. Die Geschehnisse unmittelbar vor Beginn der Handlung werden im Verlauf des „Gespräches“ deutlich.

Theater / Monologdrama

-

1 H

Zimmer in einem anonymen Apartmenthaus.

90 Min.

Extreme schauspielerische Herausforderung. Im übrigen leicht zu inszenieren.

Für Zuschauer unter 16 Jahren ungeeignet.

· Henk, mittleren Alters, unauffällig

Henk berichtet seiner Exfrau Dagmar, die unbekleidet auf einer Couch liegt und von der man nur einzelne Partien sieht, die Geschehnisse seit der Trennung. Sie hört ihm nicht freiwillig zu. Schlimme Dinge sind passiert und er gibt dem Umstand, dass sie ihn verlassen hat, daran Mitschuld.

Die erste Episode nach der Trennung geht ihm so nahe, dass er in die lyrische Anrede verfällt. Petra entsprach als erste in seinem Leben seinem Typbild von Frau. Sie kam bei einem Autounfall ums Leben. Er war zunächst auf Gegenliebe gestoßen, aber alsbald auf Ablehnung.

Bis hierhin erfüllt das Erzählte noch nicht den Maßstab des Kriminellen, den Henk für sich beansprucht und weswegen er sein Geständnis auf Band protokolliert.

In der zweiten Episode gesteht er einer Wuppertaler Studentin erstmalig seine aus einem, wie er meint, Defekt entstehende Vorliebe für eine schmerzzufügende Form der sexuellen Penetration. „Kein Problem“, lächelt Hedwig. Aber Henk kommt auch hier nicht zur erwünschten Lusterfahrung. Da stellt sich heraus, dass die Neue ihn auflaufen ließ und bei einem anderen bleiben will. Voller Wut nimmt er sie und erlebt in der Gewalt die ersehnte Ekstase.

Der Damm ist gebrochen und Henk bereit, in Zukunft notfalls den Tod einer Frau in Kauf zu nehmen, wenn sie sich widersetzt. Oder ob die nun folgenden Mordgeschichten nur geflunkert sind, um Dagmar ein schlechtes Gewissen einzureden wegen ihrer angeblichen Mitschuld an seiner Misere?

Da wird klar, dass er zu einer Toten gesprochen hat: Dagmar selbst ist Opfer.

Wird er seinem Tun ein Ende setzen? Sein Schuldeingeständnis liegt vor. Die Polizei ist gerufen und unterwegs. Wird er sich stellen?

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Hartwig

Ein symbolisches Trauerspiel in drei Akten

Alleinstehende Mutter definiert ihr Leben als Opfer und verlangt vom erwachsenen Sohn, sein Leben ebenso in den Dienst einer, wie sie glaubt, überragenden Begabung zu stellen. Sohn opponiert, ohne mit seinem Protest eine Wendung zu erreichen. Auch ein Arzt, der eine ungeklärte Rolle spielt, kann die Tragödie nicht verhindern.

Theater / Tragödie

1 D

2 H

Wohn-Eßbereich in einer Altbauwohnung.

110 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater erreichbar, wenn überragende Schauspieler vorhanden. Im übrigen leicht zu inszenieren.

· Marianne, genannt Anne oder Mariann, Hartwigs Mutter, Anfang 60, aber älter wirkend; führt ein Lädchen mit schlecht gehenden Krimskramsartikeln; das gesellschaftliche Überich

· Hartwig, Anfang 20, Schauspieler; von einer ominösen Traumbeziehung beherrscht; in Opposition zur Mutter und zum Überich; zu schwach und zu unwissend, um sich in diesem Kampf zu behaupten

· Ansgar, Arzt ohne Promotion, Anfang 60; von der Leibfeindlichkeit der Mutter ausgegrenzte, als Korrektiv versagende Vaterfigur

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

http://magazin.16vor.de/klauspeter-bungert-frische-und-lebendigkeit-an-die-staunen-macht-2015-08-05/

 

Haydns Erbe

 

Erik – Insasse, Mann einer Insassin oder nur Besucher eines Seniorenheims, ehemaliger Musikkritiker – bereitet sich auf seinen Auftritt vor. Und zwar möchte er den Senioren einen Begriff von der Musik vermitteln, wie er selbst sich dies seit Schulzeiten vorstellt. Er schlüpft in die Rolle des Komponisten Joseph Haydn und betrachtet aus dessen Perspektive die Welt der Töne.

Teils im Rollenspiel als Haydn, teils in eigener Person verbindet Erik Erkenntnisse über den Mechanismus der Klänge mit Einblicken in das eigene Leben, das Seniorenheim und sein Glück in der spät gefundenen Liebe zu seiner Frau Hilde.

Theater / Monologstück

-

1 H

Auf einem Tischchen im Rokokostil stehen Mikrofon und einfaches Aufnahmegerät älteren Jahrgangs. An der Wand hängt ein ovaler Spiegel. Neben dem Tischchen ein stilistisch passender Stuhl. Über dessen Rückenlehne hängt eine Livreejacke im Stil des 18. Jahrhunderts.

Erik, Ende 60, korrigiert im Spiegel den Sitz einer eben aufgesetzten Zopfperücke und zieht die Jacke über. Er spielt im folgenden abwechselnd Joseph Haydn und sich selbst ...

60 Min.

Leicht und unaufwendig zu inszenieren.

· Erik, Musikkritiker in Rente

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

http://magazin.16vor.de/klauspeter-bungert-frische-und-lebendigkeit-an-die-staunen-macht-2015-08-05/

 

Im Vorhof des Lebens

 

Das zwei mutige Darsteller erfordernde Stück schildert die konfliktträchtige, schillernde, auch lustvolle Begegnung eines frühemeritierten Psychologieprofessors mit einem Edelprostituierten. In vier Stationen wechseln Lügen und Wahrheiten, hintergründige Reflexionen und heftige erotische Aktionen bis zum bitteren Ende ab.

Theater / Erotikdrama

-

2 H

Vorn auf der rechten Seite eine Tür. Es folgt ein Tisch mit zwei Stühlen vor einer jalousienversehenen Glasfront aus Fenster und Balkontür. Ein französisches Bett schließt sich an. Das Kopfende zeigt auf ein breites Oberlichtfenster. Immergrüne Pflanzen, teils auf Konsolen im korinthischen Stil, kontrastieren harmonisch mit den mit viel schwarzem Leder verarbeiteten Möbeln von modernem Zuschnitt. Ein Regal mit einigen wissenschaftlichen Büchern einer Serie, Telefon und ein Sideboard runden die Einrichtung ab.

120 Min.

Herausforderung an grandiose Darsteller, ob aus dem professionellen oder dem Amateurtheater-Bereich. Spielt sich dann „fast von selbst“.

Für Zuschauer unter 16 Jahren kaum geeignet.

· Hendrik, Stricher mit ominösem akademischem Hintergrund; Student oder Scheinstudent; Mitte 20; jungenhaft, großgewachsen; treibt mit Reinhold sein Spiel

· Reinhold, frühemeritierter Professor; Freier, der sich in seinen Sexsklaven auf Zeit verliebt

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Invention für einen Schauspieler

 

Ausschnitt aus dem alltäglichen Leben eines Unmutigen. Eine Stunde Zorn, Trauer, Spott. Und in Abwesenheit stirbt derweil ein alter Mann. Die Stunde der Lebensbilanz des Sohnes gerät zur letzten Stunde im Leben des Vaters. Und wie meistens beim Tod bleibt ein unerledigter Rest.

Theater / Monologstück

0 (oder 1) D

1 (oder 0) H

Ein Zimmer

55 Min.

Leicht und unaufwendig zu inszenieren. Ursprünglich für einen Darsteller gedacht, kann der Text auch von einer Frau übernommen werden.

· Person Mitte bis Ende 40

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

http://magazin.16vor.de/klauspeter-bungert-frische-und-lebendigkeit-an-die-staunen-macht-2015-08-05/

 

Jesus Christus trifft Rudolf Steiner und Sigmund Freud

 

Herr Gott, die alte Naturärztin Hulda, ein himmlisches Bikinimädchen und Huldas intersexueller Expatient Camille bringen auf ihrer Alpenhütte die Begründer dreier bekannter Weltanschauungen dazu, miteinander in Wettbewerb zu treten. Widerwillig unterzieht sich Jesus – Huldas und Herrn Gottes Sohn? – einer familientherapeutischen Analyse durch Sigmund Freud. Als dieser auch Rudolf Steiner befragen soll, verweigert dieser dem Gottesleugner und Profanierer alles Heiligen die Mitarbeit. Freud wirft ihm vor, nur von seiner Asexualität ablenken zu wollen, und gesteht offen seine geradezu körperliche Abneigung gegen den weibischen Konkurrenten. Wie, Vorurteile, Dr. Freud? Steiner verweist auf die Tapferkeit, mit der er seinen Magenkrebs bis zum bitteren Ende ertrug und keine andere Hilfe bemühte als die seiner von ihm selber ausgebildeten Ärzte.

Aus der Abstimmung nach Punkten geht Sigmund Freud als der geschickteste Argumenteverdreher siegreich hervor und wird mit einer Schachtel Zigarren belohnt.

Nach Versetzen der Streithähne in Hypnoseschlaf bekennt Herr Gott seinen Unmut darüber, dass nicht einmal die schrillen Verrücktheiten seiner Menschen ihn noch erfreuen. Aber nichts erzeugt so den göttlichen Zorn wie die abschließende Vorstellung Camilles als Buddha. Buddhas Spitzfindigkeiten seien der Inbegriff der Perversion menschlicher Rechtschaffenheit.

Theater / Komödie / Ideologiensatire

2 (oder 3) D

5 (oder 4) H

Berghütte im Sommer.

120 Min.

Ein Fest für Schauspieler. Leicht und unaufwendig zu inszenieren. Ein Interesse an philosophischen Themen und minimale Vorkenntnisse werden vorausgesetzt. Man erfährt, welche im Grunde einfachen Bedürfnisse Religionen abdecken und warum sie eine Zeitlang funktionieren.

Die Himmlischen:

· Herr Gott, sportlicher Mittfünfziger

· Hulda, eine Kräuterfrau, Mitte 60

· Camille, starke Person, Holzfäller oder Holzfällerin, Mitte 50

· dasjenige der Mädchen (Engel), das in „Der Kreisleiter“ eine Sprechrolle hatte; verwaltet die Requisiten

 

Die Gäste:

· Sigmund Freud, als 60jähriger

· Rudolf Steiner, als 45jähriger

· Jesus Christus, als 30jähriger

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

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Kaiserin Helena

 

Das letzte der „Drei Trierer Historiendramen“ („Die letzten Kaiser von Trier“ / „Willkommen, Constantin!“ / „Kaiserin Helena“) behält die Bilderbogenform der Vorgängerstücke bei, ist aber stärker von antiken Topoi, z. B. dem Rachemotiv, geprägt.

Der innerkirchliche Streit im Nachklang der Diocletianischen Christenverfolgung („Donatistenstreit“) bildet den Anfang. Offizielle Religionspolitik und innere Fehden durchdringen einander innerhalb der Konstellation Constantin-Fausta-Crispus. Fausta erstickt im überhitzten Bad.

Im zweiten Akt folgen wir Helena auf ihrer Pilgerreise nach Jerusalem. In Trier wird der vom altgläubigen Handelsherrn Marcus gefälschte und als Beutestück von Banden nach Germanenland lancierte „Heilige Rock“ verehrt. Jupiter beendet das Spektakel mit einem seiner Blitze und Helena, zu schlechter Letzt von der Demenz erfaßt und von „Experten“ ihres Sohnes manipuliert, verteidigt die Echtheit der gefundenen Nägel der Kreuzesreliquie, die sie beim Auffinden noch als Fälschung identifizierte.

Theater / Historiendrama / Komödie

6 D (+ Statistinnen)

16 H (+ Statisten)

Auf die Dimensionen des Trierer Amphitheaters als großer Freilichtbühne berechnet. Auf andere Verhältnisse anpassbar. Wenige Kulissen, aber einige Technik sind erforderlich, um bruchlose Übergange von realer Aktion in Schattenspiel (auch: Computeranimation) und umgekehrt zu ermöglich.

140 Min.

Theoretisch auch in den Hauptrollen ausschließlich mit Amateuren besetzbar. Näher liegt jedoch eine Kooperation zwischen professionellen und semiprofessionellen Kräften und historisch informierten Vereinen zur Abdeckung des Statistenaufgebots.

Sublimiertes großes Volkstheater!

Götter:

· Jupiter, schlanker vornehmer Herr um die 60, ziemlich großgewachsen, in gutsitzendem durchgehenden Gewand in weiß oder eierschalenfarben

· Venus, aufgedunsen, groß und korpulent, mit Pusteln im ungesund roten Gesicht, in weiß oder eierschalenfarben

· Mars Pluto, ein sprechender Hund

 

Menschen:

· Constantin, Augustus

· Fausta, seine Frau

· Crispus, Cäsar; ältester Sohn Constantins

· Constantius 2; Sohn Constantins und Faustas, ein Kind

· Helena (1), Mutter Constantins

· Helena 2, Braut des Crispus

· Marcus, ein Handelsherr

· Aurelia, seine Schwester; Freundin von Helena 1

· Bischof Agritius

· Valerius, sein Vorgänger

· Lactanz, Rhetor, christlicher Theologe und Lehrer der Constantinssöhne

· Jeronimus, ein Ordensgründer

· Quintilius, sein Bruder / ein akrobatischer Gehbehinderter

· Sixtus, oberster Magistrat einer Stadt auf Helenas Pilgerreise

· Livia, seine Frau

· Magnus, Leiter der Ausgrabungen in Jerusalem

· ein Prätor

· ein Bote

· ein frommer Mann / ein Mönch

Prätorianer, Legionäre, Geistliche, Sklaven. Leute aus dem Volk.

Jüngere Brüder des Constantius.

Drittes der „Drei Trierer Historiendramen“ („Die letzten Kaiser von Trier“ / „Willkommen, Constantin!“ / „Kaiserin Helena“).

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

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Kleist

Ein Traumspiel

Die Biographie Heinrich von Kleists bietet die Folie für ein labyrinthisches Drama um die Suche nach einem festen Standort im Leben.

Oft simultan durchdringen einander traum- und albtraumartige Sequenzen und ironisch-reale Szenen. Diese lassen die kritische Reaktion auf den gesellschaftlichen Drückeberger, den abtrünnigen Sprossen einer alten Offiziersfamilie und künstlerischen Unruhestifter verständlich erscheinen. An jeder Wegkreuzung bricht dem jungen Mann der Boden weg. Er wird am Ende in den Freitod mehr gelockt als getrieben – von einer Ehefrau und Mutter mehrerer Kinder und der Gelegenheit zu einer ultimativen guten Tat.

Theater

5 D

9 H

Die Bühne enthält zur Ermöglichung des Simultanspiels nur eine bewegliche Wand, einen Gazevorhang und wenige Kulissen.

 

120 Min.

Mit semiprofessionellen Darstellern spielbar. Erfordert wie die meisten Arbeiten des Autors Mut im Ausdrücken innerer Zustände und gewissenhafte Auseinandersetzung mit den genau aufeinander abgestimmten Charakteren.

· Heinrich von Kleist, junger Mann

· Ulrike von Kleist, etwas älter, seine Halbschwester, in Männerkleidern

· Marie von Kleist, wesentlich älter, seine angeheiratete Cousine

· Ernst von Pfuel, sein Freund, gutaussehend, junger Offizier in Zivil

· Wilhelmine von Zenge, Kleists Verlobte

· Henriette von Schlieben, junge Frau / die aufgetakelte FREMDE

· Karoline von Schlieben, Henriettes Schwester

· Lohse, junger Maler, Karolines Verlobter

· Fremder, mit einer ähnlichen Stimme wie Pfuel, doch etwas älter

· Krug, ein Beamter, späterer Ehemann Wilhelmines, etwa 40jährig

· 2. Beamter, Krugs Vorgesetzter

· Minister Altenstein

· Adam Müller, Kleists Geschäftspartner und Propagandist

· Dahlmann, ein angehender Historiker

 

· Leutnant a.D. Kleist drückt sich als werdender Staatsbeamter vor einem langweiligen Referat und reicht unter dem Vorwand, ein unterbrochenes Studium wiederaufnehmen zu wollen, den Urlaub ein. – Statt zu studieren, reist er mit seiner Halbschwester Ulrike mit dem Fernziel Paris über Dresden nach Koblenz. Die depressive Henriette von Schlieben verliebt sich hoffnungslos in ihn. – Kleist bringt Ulrike zur Verzweiflung, indem er seine Pläne neuerlich umwirft und durchblicken lässt, dass er das Reisen benutzt, um sich von seiner Braut Wilhelmine zu distanzieren. Er nimmt das Angebot seines Freundes Ernst von Pfuel an, mit ihm in die Schweiz zu gehen und ein begonnenes Theaterstück zu vollenden. – Kleist gesteht Pfuel seine Liebe und vernichtet das fertiggestellte Manuskript. – Nach langer Irrfahrt kehrt er nach Berlin zurück und steht wieder dort, wo er am Anfang stand.
· Bei seiner erneuten Flucht aus dem Staatsdienst gerät Kleist in französische Kriegsgefangenschaft – und findet endlich Ruhe zum Schreiben. Gefangenschaft schafft Freiheit – Dialog mit der imaginär anwesenden Marie von Kleist und einem französischen Wachsoldaten, der ihm Avancen macht. – In Berlin zurück, scheitert Kleist als Herausgeber eines Kulturjournals.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

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Lennieff

 

Soll und darf Politik etwas bewegen? Vielleicht möchten das nur die, die nichts zu verlieren haben: die Sterbenden. Herzberg ist so ein Sterbender. Und er wird noch einmal Präsident einer ungenannten westlichen Demokratie. Seine Anhänger bemerken seinen Zustand spät. Werden sie ihn gewähren lassen bei seinem ultimativen Treffen mit dem mächtigen russischen Staatsmann Lennieff?

Theater / Politdrama

1 D

3 H

Wohn-Arbeitszimmer in Herzbergs Haus.

120 Min.

Ein Fest für Schauspieler. Für politisch engagiertes Amateurtheater evtl. erreichbar. Nicht schwierig zu inszenieren.

· Anton Herzberg, 60; gewesener und neuer Staatspräsident; Wissenschaftler; schwerkrank; nach anfänglichem Zögern entschlossen, seinen nach Wochen zählenden Lebensrest für die politische Realisierung seiner Erkenntnisse zu verbrauchen

· Bettina Herzberg, 45; als Herzbergs Ehefrau frustriert, als seine Mitarbeiterin von seiner Größe überzeugt

· Dr. Redlich, 55; als Herzbergs Arzt schweigepflichtig, als oppositionell eingestellter Bürger zum Einschreiten aufgefordert

· Robert Müller, Politiker und Herzberg-Anhänger, 45; blind für Herzbergs Verfall; erwirkt, als er ihn als Notkandidaten vorschlägt, für Herzberg Sondervollmachten

Das Stück nimmt eine Konstellation aus Conrad Ferdinand Meyers Novelle „Die Versuchung des Pescara“ auf: den Politiker in Todesnähe und sein Handeln im Bewusstsein nahen Endes.

Befreit von Rücksichten, mit denen Gesunde ihren Status verteidigen, drängt Herzberg auf eine vorbehaltlose Bestandsaufnahme des Blauen Planeten und eine ergebnisoffene Auseinandersetzung mit allen politischen Systemen.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

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Nihil nisi bene

 

Jüngster Text in einer Serie um einen gewissen Herrn Gott und sein himmlisches Personal. Satire auf die Eitelkeit von Kulturmachern und Kulturjournalisten, aber auch auf die Verlogenheit beim Totengedenken.

Theater / Komödie

2 D

3 H

Aufbahrungskapelle mit einem doppelt dimensionierten blumengeschmückten Sarg.

75 Min.

Mit differenzierungsfähigen Schauspielern leicht zu inszenieren.

· Herr Gott, sportlicher Mittfünfziger

· Erik Fritsch, Ende 60; ehemaliger Kritiker und Klavierlehrer; setzt sich auf eine pedantische und unfreundliche Weise für gerechte Ziele ein

· Lutz Gründel, fettleibiger Mittfünfziger; barocker Genussmensch, beliebt; eben verstorben

· Kira und Mira, junge Assistentinnen von Herrn Gott in wechselnden Aufgaben und Rollenspielen; noch etwas grün, doch pfiffig

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

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Nora 1996

 

Drama um Beziehungen, Egoismen und Befreiungen. Der Titel erklärt sich als Anklang an Ibsens berühmtes Gesellschaftsstück. Die Frau 1996 ist so emanzipiert, daß sie im Rollenspiel der Frau–Mann–Konzeption durchaus die Position des Mannes übernehmen kann und dies absichtsvoll, bis in sexuelle Maskeraden hinein, tut.

 

Theater / Drama

2 D

4 H

Kombination aus Wohn- und Arbeitszimmer.

130 Min.

Mit differenzierungsfähigen Schauspielern leicht zu inszenieren.

· Christa, Mitte 40

· Doris, Studentin

· Arnold, Mitte 40

· Bernhard, 50

· Werner, Ende 40

· Gregor, junger Assistenzarzt

Das Architektenehepaar Christa und Arnold gerät vor Abgabetermin einer Ausschreibung in Streit. Er fühlt sich von ihrer Arbeitswut erstickt und deutet Trennungsabsichten an.

Christas Bruder Bernhard und seine junge Freundin Doris besuchen die beiden, um sie zum eben gewonnenen Preis zu gratulieren. Doris flirtet demonstrativ mit Arnold. Eklat. Die Geschwister absentieren sich. Arnold geht aber nicht auf die mutwilligen Avancen der selber in Problemen steckenden Unbekannten ein, sondern ergreift, mit der schriftlichen Aufforderung an Christa, ihm nicht nachzuforschen, die Flucht.

Einige Jahre später: Christa sucht über Inserate nach einem neuen Partner und landet bei dem experimentierfreudigen jüngeren Gregor. Nach dem Tod ihrer Schwägerin rät sie ihrem unter der Gewissenslast leidenden Bruder, an seiner wieder intaktgekommenen Beziehung mit Doris festzuhalten. Als am Abend der Trauerfeier Arnold wiederauftaucht, weist sie ihn schroff zurück und preist die unsicheren, aber ihr nun unverzichtbaren Perspektiven mit Gregor.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 1

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 376 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-83-0

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Roman Forster live

Eine Talkshow

Eine von Geschmacklosigkeiten triefende, von Werbeunterbrechungen rhythmisierte Veranstaltung mit angeblichen Klienten des Psychologen Roman Forster. In Wahrheit sind die Teilnehmer bezahlte Schauspieler. Ob sogar der Talkshow-Geschädigte Viktor das Opfer nur mimt, bleibt ebenso offen wie der Wahrheitsgehalt des live zugeschalteten Reality-TV.

Theater / Mediensatire

4 D

4 H

Großer Raum in einer psychologischen Praxis als Fernsehstudio.

140 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Leicht zu inszenieren. Wendet sich an Zuschauer nicht unter 16 Jahren.

· Roman Forster, 50; Psychologe

· Katrin Felsenrand, 30; Diplomandin; Romans Geliebte

· Viktor Burger, 45; war bei Roman in Therapie

· Uta Burger, 45; Viktors Exfrau; Klientin und Geliebte Romans

· Sandra Sperber, 32, im Rollstuhl; war Geliebte von Viktor und Patrick; Klientin Romans

· Patrick Renée, 35; Klient Romans

· Henk Schmiedinger, 50; über Monitor zugeschaltet (Stimme)

· Kriminalkommissarin

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

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Rudi, Susanne und Tante Friedas Ableben

 

Diese Kriminalgeschichte fängt mit der Schilderung der Täterin und ihrer Motive an und hört mit der Tat auf. Zwangsvorstellungen, eine Krankheit, ein Mord – aber das ist nicht alles: Wege werden gegenübergestellt, wie Menschen versuchen, ihr Potential an Liebe einzubringen. Was bedeutet Liebe: sich um jemanden / etwas kümmern? Bedeutet sie den maximalen Kick beim Liebe-“Machen“? Ist Liebe eine Art Brunnenwasser, das sich verströmt und nie ausgeht?

Theater / Drama

3 D

3 H

Zur Kennzeichnung der Spielorte bieten sich sparsame Andeutungen (Kulissen / Beleuchtung) und eine Aufteilung des Bühnenraums in sechs Bereiche an.

120 Min.

Mit differenzierungsfähigen Darstellern leicht zu inszenieren.

· Rudi, Mitte 30

· Susanne, Mitte bis Ende 30

· Tante Frieda, Siebzigerin / Ärztin, Ende 50, mit jugendlicher Ausstrahlung

· Susannes Vater, 60

· Ludger, 30 / Krankenpfleger / junger Mann

· Ulrike, Anfang bis Mitte 30

Eine Justizbeamtin und einige anonyme Trauergäste, die aus dem Kreis der Hauptdarsteller zu besetzen sind.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

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Seelendialyse

 

Zeitkritische Komödie um den zweifelhaften Herrn Gott. In einer Art Reinigungsnacht werden auf einer schneeumstöberten Alpenhütte ein arroganter Medizinprofessor und ein an seinem Mittelmaß scheiternder Politiker ins Kreuzverhör genommen.

Theater / Wissenschaftssatire

1 (oder 2) D

4 (oder 3) H

Berghütte im Winter.

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Leicht zu inszenieren.

· Herr Gott, sportlicher Mittfünfziger

· Hulda Ehrlich, Naturärztin, schlicht gekleidet, etwas älter

· Camille, starke Person, erst als Holzfäller, dann als Holzfällerin, Mitte 50

· Marquardt Höhnisch, ein Arzt Ende 50

· Eugen Wurm, ehemaliger Präsident der Bananenrepublik D., Ende 40

Herr Gott, eine steinalte, aber höchstens sechzigjährig wirkende Naturärztin und beider Assistent werfen dem Professor vor, die Pfade der Natur zu verlassen und, zur Verhinderung von Heilungen, kriminelle Machenschaften anzuwenden. Obwohl bedroht, findet dieser immer wieder Finten, die vor vielen Jahren am Assistenten bewirkte Befreiung von einer todbringenden Krankheit durch Hulda in Abrede zu stellen. Sein eigenes Vorgehen gibt er in einer entwaffnenden Wendung als Nachahmung des Schöpferbeispiels Herrn Gottes selber aus.

Der Politiker, der über eine banale Finanzaffäre stolperte und morgen abdanken soll, glaubt, vor dem Jüngsten Gericht zu stehen, und kündigt reumütig die Gründung einer „Stiftung zur Erforschung und besseren Gestaltung der Zukunft“ an.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

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Spiele auf der Endstation

 

Acht Schwerkranke führen im Theatersaal einer Klinik selbstverfasste Szenen auf. Sie kreisen um berühmte Persönlichkeiten, um den Tod und um sich selbst, um fremde Geschichte und um eigene Geschichten, um Bestehen und Vergehen, Spiel und Ernst.

Theater / Tragikomödie

2 D

6 H

Theatersaal in einer Klinik.

120 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater mit möglichst älteren Darstellern geeignet. Unaufwendig zu inszenieren.

 

· Franz Baumgarten Joseph Haydn / César Franck / der trauernde Vogel

· Gernot Ludwig van Beethoven / der Notar

· Ingrid Clara Schumann / Camilla Meyer / Henriette Vogel / Engel Kindchen

· Mario, Therapeut – Richard Wagner / Engel Oma / der Bundespräsident

· Nikolaus – Carl Maria von Weber / Felix Mendelssohn Bartholdy

· Peter Paul Gauguin / Anton Schindler, Gehilfe Beethovens / Gerhard Schröder

· Roland, Patientensprecher – Wolfgang Amadeus Mozart / Herr Schmidt, Reisebegleiter Webers / Heinrich von Kleist / Kabarettist

· Trude – Cosima Wagner / Vincent van Gogh / Herta Däubler-Gmelin

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

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Und Gott sagte

Eine Komödie

Der Journalist Sven interviewt Herrn Gott. Er will wissen, ob Herr Gott die Welt erschaffen hat. Herr Gott ist ein sportlicher Mann Mitte 50. Er gibt sich gleich die Blöße, den Namen des jungen Journalisten, der ihn ausfragt, nicht zu wissen. Freilich verzichtet er bewusst auf den Vorzug der Allwissenheit. Nur so kommt er in den Genuß, täglich aufs neue von seinen Kreaturen überrascht zu werden.

Theater / Komödie / Göttersatire

2 D (stumme Rollen)

2 H

Fast leerer Raum mit zwei im Zentrum bzw. mehr am Rand angeordneten Sitzbereichen.

75 Min.

Leicht und unaufwendig zu inszenieren. Man braucht allerdings zwei hervorragende Charakterschauspieler.

· Herr Gott, schlanker, sportlicher Mittfünfziger, sportliche helle Kleidung, Hemd, Hose, keine Krawatte

· Sven, aufstrebender Journalist um die 30, meist im Schatten

· Zwei bezaubernde weibliche Engel, Assistentinnen von Herrn Gott, Stripperinnen; stumme Rollen

Nach wiederholten Ausweichmanövern Herrn Gottes gelingt es Sven, einen Streifzug durch Erklärungsmodelle des Kosmos anzuregen. Herr Gott bügelt Darwin wie Bibel als gleichermaßen absurd nieder.

Ob er keine Musik auflegen wolle, lenkt Sven ab, das sei so üblich bei Gesprächen? Herrn Gott platzt über diesem überflüssigem Ansinnen der Kragen. Bei der anschließenden Bildbetrachtung foppt er Sven, indem er ihm die Rolle des Ganymed anträgt in Anlehnung an jenen Mythos, in dem Zeus einen Knaben entführte. Der allmählich den Boden unter den Füßen verlierende Sven möchte fliehen, klebt aber wie verhext an seinem Sessel fest.

Beim Versuch, ein Loblied auf die moderne Medizin anzustimmen, die gerade seinem Neffen helfe, wird er einer brutalen Kurzchemotherapie unterzogen. Die Handlung schlägt ins Tragische um, als das qualvolle Ende des kleinen Jungen bekannt wird. Rasend jagt Herr Gott Sven davon und beklagt vor den Engelinnen seine Einsamkeit.

Die netten Mädchen muntern ihn zupackend auf. Als der zurückkommende Sven die verfängliche Szene festhalten will, wird ihm mit einem magischen Knalleffekt das Handwerk gelegt.

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Wellen Mathilde Unfall

Ein Wirrspiel

Spannungen aus der Anfangszeit ihrer Ehe zwischen dem arroganten Schriftsteller Edwin Spöker und seiner einfachen Frau Mathilde brechen nach Jahren wieder auf. Verschärft wird der Konflikt durch das widersprüchliche Verhalten des Sohnes Peter, in dessen eigener Laufbahn sich die Widersprüche des Elternhauses spiegeln.

Theater / Drama

3 D

3 H

Das Geschehen verteilt sich auf bis zu vier Gruppen in fünf etwa gleichbreit zu denkenden Segmenten. Durch unterschiedliches Licht Flächenbeleuchtung, Scheinwerfer wird eine Gruppe dem Innen bzw. der Realzeit, die eine bzw. die beiden bzw. drei anderen Gruppen dem Außen bzw., nach Art filmischer Einblendungen, der Fiktion, dem Traum, der Erinnerung zugeordnet.

120 Min.

Eine Herausforderung besonderer Art stellt die Koordination der Ebenen dar. Im übrigen unaufwendig zu inszenieren.

 

· Peter, junger Mann; Assistenzarzt; irritiert seine Umgebung mit jähen Entscheidungssprüngen

· Sylvia, seine zeitweilige Freundin; sehr von ihm fasziniert, aber als er Mönch werden will, platzt ihr der Kragen

· Edwin, sein Vater; auf der Suche nach dem abtrünnig gewordenen Sohn und einer Versöhnung mit ihm

· Mathilde, Edwins Frau; unter seiner geistigen Überlegenheit leidend; gibt ihm die Schuld für Peters Trennung von der Familie

· Rudi, katholischer Priester, Anfang 30; mit eigenwilligen Lesarten der Bibel; frivol

· Ingeborg, junge Frau; andere Freundin Peters; der häusliche Typ

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Wendepunkte

Vier kleine Stücke

Menschen aus unterschiedlichen Epochen an Scheidewegen ihres Lebens.

Theater

2 (3) D

4 (13) H

4 Bilder, die mit kleinen Umbauten leicht herzustellen sind. Beamer.

100 Min.

Für erfahrenes Amateurtheater geeignet. Leicht und unaufwendig zu inszenieren.

 

· Haydn (I) / Vorleser (II) / Trauergast mit Violine (III) / Zuschauer (IV)

· Beethoven (I / II) / Richard, 61, Rezensent (III) / Zuschauer (IV)

· Rita Lambing, Mitte 40, Chefredakteurin (II / III) / Eva (IV)

· Sara, Anfang 20, Schauspielschülerin

· Torsten, Student (I / II) / Friedhofsangestellter (III) / Frédéric, junger Obdachloser (IV)

· Professor (I / II) / Bestatter (III) / Karol, um die 40 (IV)

 

I. „Darf man Beethoven verbessern?“ Student hat Kürzungsvorschläge für Werke des Meisters unterbreitet. Der aus dem Jenseits kommende Beethoven protestiert, Konkurrent Haydn nimmt den jungen Mann in Schutz.

II. „Für Therese“ Der inzwischen fast taube Komponist Ludwig van Beethoven begehrt die Tochter seines Hausarztes und widmet ihr das bekannte Klavierstück „Für Elise“.

III. „Fremde“ Alter Journalist auf Betteltour. Übernachtung im Freien. – Beerdigung nach Freitod.

IV. „Ella“ – Polen vor Fall des Eisernen Vorhangs. Die Fernbeziehung zwischen der kranken Eva und ihrem in einem deutschen Provinzorchester beschäftigten Mann Karel zerbricht. – Einige Jahre später. Eva fängt ein neues Leben an, Karel möchte zu ihr zurück.

Die stilistisch kontrastierenden Szenen werden durchbrochen von einer Rahmenhandlung, die die Prüfungssituation an einer Schauspielschule beschreibt.

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 3

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 364 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-85-4

 

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

http://magazin.16vor.de/klauspeter-bungert-frische-und-lebendigkeit-an-die-staunen-macht-2015-08-05/

 

Willkommen, Constantin!

 

Das mittlere der „Drei Trierer Historiendramen“ („Die letzten Kaiser von Trier“ / „Willkommen, Constantin!“ / „Kaiserin Helena“) behandelt Ereignisse zwischen dem letzten Trierer Amtsjahr des Junioraugustus Maximian 293 und seiner Ermordung nach seinem Versuch, den Purpur wiederzuerlangen, 310 n. Chr.. Er erscheint hier als ein bauernschlauer, doch kollegialer und populärer Spieler der Macht. In seinem Schwiegersohn und Nachnachfolger Constantin findet er einen windig durchtriebenen Meister.

Der Zwischenkaiser, Constantins Vater Constantius Chlorus, empfindet die Macht dagegen als Last und zerbricht an der Bürde, die ihm das Gesetz zur Verfolgung der Christen auferlegt.

Dieses Gesetz war einer der letzten Rechtsakte, die der Senioraugustus Diocletian vor seiner offiziellen Abdankung erließ mit dem Ziel, die Spaltung, die vom erstarkenden Christentum ausging, zu unterbinden. Diocletian ist die tragende Gestalt der Epoche. Leider kam er wohl nie in die Nebenmetropole Trier. Um die Visionen, Bruchstellen, Erlasse seiner Regentschaft aufscheinen zu lassen, erfindet der Text den Handelsherrn Aurelius, seinen aufmüpfigen Sohn Marcus, der das Geschäft wie ein Hasadeur betreibt und in Konflikt mit dem Gesetz gerät, und seine eigensinnige Tochter Aurelia, die, um dem Wochenbettschicksal der Mutter zu entgehen, vom ehelosen Leben einer Klosterfrau träumt – Gelegenheit, die historische Constantinmutter und spätere Kaiserin Helena einzuführen. Sie spielt im dritten Stück der Reihe eine tonangebende Rolle.

Theater / Historiendrama / Komödie

4 D (+ Statistinnen)

15 H (+ Statisten)

Auf die Dimensionen des Trierer Amphitheaters als großer Freilichtbühne berechnet. Auf andere Verhältnisse anpassbar. Wenige Kulissen, aber einige Technik sind erforderlich, um bruchlose Übergange von realer Aktion in Schattenspiel (Computeranimation) und umgekehrt zu ermöglich.

140 Min.

Theoretisch auch in den Hauptrollen ausschließlich mit Amateuren besetzbar. Näher liegt jedoch eine Kooperation zwischen professionellen und semiprofessionellen Kräften und historisch informierten Vereinen zur Abdeckung des Statistenaufgebots.

Sublimiertes großes Volkstheater!

Götter:

· Jupiter, schlanker vornehmer Herr um die 60, ziemlich großgewachsen, in gutsitzendem durchgehenden Gewand in weiß oder eierschalenfarben

· Venus, aufgedunsen, groß und korpulent, mit Pusteln im ungesund roten Gesicht, in weiß oder eierschalenfarben

· Mars Pluto, ein sprechender Hund

 

Menschen:

· Diocletian, Senioraugustus

· Maximian, Junioraugustus; Schwiegervater sowohl des Constantius als des Constantin

· Constantius, Cäsar; Vater Constantins und Gatte von Maximians Stieftochter Theodora

· Constantin, Cäsar; unehelicher Sohn von Constantius und Helena; Gatte von Maximians Tochter Fausta

· Helena, Mutter Constantins

· Aurelius, ein Handelsherr

· Aurelia, seine Tochter

· Marcus, sein Sohn

· Salvian, ein Händler

· Prätorianerpräfekt

· Lucianus, im Dienstgrad eines Tribuns

· Schauspieler („Offizier“) / Redner

· Jupiterpriester

· Bürgerin

· Bürger (der Angler Petrus)

· zwei Betrunkene

Prätorianer, Legionäre, Bürger, Mitglieder der kaiserlichen Familie.

 

Zweites der „Drei Trierer Historiendramen“ („Die letzten Kaiser von Trier“ / „Willkommen, Constantin!“ / „Kaiserin Helena“).

 

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 4

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 360 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-86-1

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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Wirbel um Johann Schmant

 

Ein wiederentdeckter Komponist lokalen Angedenkens, sein musikalischer Interpret, beider halbdemente Entdeckerin, ein eifersüchtiger Ehemann, ein frömmelnder Familienfreund und unziemliche Papstkarikaturen bringen das Leben der besseren Gesellschaft durcheinander.

Theater / Komödie

2 D

4 H

Mehrere, für die Verhältnisse großer Häuser oder filmische Umsetzung detailliert beschriebene Innen- und Außenräume (Wohn-Esszimmer der Schmankerls · Garten mit Swimmingpool der Schmankerls · Ein Krankenzimmer). Nach Maßgabe zu vereinfachen.

120 Min.

Ein Fest für Schauspieler

· Dr. Elsbeth Schmankerl, 70erin; schwärmt für vergessene Komponisten und junge Musiker, taub, beginnend dement

· Dr. Karlos Schmankerl, 70er; Arzt, konservativ, verfolgt Elsbeths Treiben argwöhnisch

· Peter Wunderfromm, 30er; Interpret des Komponisten Johann Schmant; genervt von den Zudringlichkeiten Elsbeths und politischen Bevormundungsversuchen beider Schmankerls

· Oswald Bösen, Ende 30; Mündel der Schmankerls, Arzt und zufriedener Familienvater

· Dr. Otto Bumerang, 80; Musikhistoriker, introvertierter Frömmler und Familientyrann

· Ottilie Bumerang, Mitte 70; stumme Rolle, steht unter Ottos Knute

Buchausgabe in:

Klauspeter Bungert: Dramen. Band 2

Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015. 380 S. 18,- €

ISBN: 978-3-940597-84-7

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

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